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Juli 2006

Fotoanomalien in Alton Barnes?

Das Programm Google Earth brauche ich wahrscheinlich niemandem mehr zu empfehlen, denn es gibt wohl kaum einen, der es nicht schon ausprobiert hat. Wer sich einmal dank superschnellem DSL-Anschluss im Tiefflug über Deutschland, die tropischen Regenwälder Südamerikas oder die Wüste Gobi bewegt hat, wird geradezu süchtig nach dieser bemerkenswerten Innovation. Kein Wunder also, dass ich neulich auch mein Glück im bekannten Kornkreisgebiet Südenglands versuchte, dem geheimnisvollen Dreieck zwischen Devizes, Marlborough und Alton Barnes. Bis vor einiger Zeit war diese Region nur mit äußerst miserabler Auflösung im Internet vertreten. Zu meiner Überraschung musste ich jedoch jetzt feststellen, dass die Fotos aus dem Weltraum mittlerweile wohl durch Ablichtungen besserer Auflösung ersetzt wurden. Alle Häuser in und um Alton Barnes sind so deutlich zu erkennen, dass ich ganz genau auf die zahlreichen Gebäude zeigen konnte, in denen ich bereits zu Gast war.

„Jetzt noch schnell ein bisschen nach Nord-Osten, und mit etwas Glück sehe ich vielleicht sogar einen Kornkreis auf dem Feld vom alten Carson. Doch was ist das? Statt goldgelbem Weizen nur dunkelbraune Muttererde?“ Verwirrt zoome ich zurück, um das gesamte Gebiet zu überblicken. Doch wie ich auch mit der Maus klicke, ziehe und schiebe: Die riesigen Flächen zwischen den kleinen Dörfern kennen nur eine Farbe: Braun.

In Sekundenbruchteilen wird mir das ganze Ausmaß dessen, was ich sehe, bewusst: Die Fotos aus dieser Gegend stammen aus der Herbst- oder Winterzeit. Wissen die Macher von Google Earth denn nicht, was sie uns Kornkreis-Begeisterten damit angetan haben! Mittlerweile hat es sich doch bis in den letzten Winkel dieser Welt herumgesprochen, dass es sich bei dieser Region um das Mekka der Kornkreisszene schlechthin handelt. Oder steckt vielleicht Absicht dahinter? Oder gar eine Verschwörung, da auf den Sommerfotos vielleicht Dinge zu sehen sind, die nicht gesehen werden sollen? Oder geht es nur um Urheberrechte von Kornkreisfotos? Oder war alles nur Zufall und die bei Google haben gepennt?

Ich weiß es nicht, aber meine geduldige Suche auf den nackten Ackerböden in Alton Barnes, um Alton Barnes und um Alton Barnes herum (das „Barge“ ist übrigens auch recht gut zu sehen) hat sich dennoch gelohnt: ein kleines Stück westlich des Dörfchens in Richtung Devizes gibt es am Rand der im Norden gelegenen Hügelkette etwas recht Merkwürdiges zu beobachten. Das Ganze erinnert an Mondkrater und wird durch die weiße Färbung der Umgebung noch unerklärlicher. Handel es sich um Schneereste? Wenn ja: Warum sind sie nur dort zu sehen? Sind diese Fotos anderen Datums als die der Umgebung, oder handelt es sich hier um den höchsten Punkt der Region? Doch selbst, wenn es sich um Schnee handelt: Woher stammen die Krater? Oder handelt es sich um eine optische Täuschung? Wie auch immer: Eine interessante Anomalie, und es wäre auf jeden Fall wünschenswert, wenn sich jemand bei seinem nächsten Aufenthalt die Mühe machen würde, sich diese seltsamen „Krater“ einmal aus der Nähe anzuschauen und innerhalb der FGK darüber zu berichten.

Was außerdem auffällt, sind die extrem hellen Ränder an den Grenzen zwischen den Feldern nördlich von Alton Barnes und den sich anschließenden Hügeln – und außerdem die Linienmuster, die sich über die Felder ziehen und mitunter aussehen wie kindliches Gekritzele. Sind die Bauern hier etwas zu verschwenderisch mit dem Kalk umgegangen, oder haben die Muster und Helligkeitsunterschiede geologische Ursachen?  Die hier abgebildeten Fotos lassen sich, wie gesagt, im Original unter Google Earth betrachen und natürlich auch nach Belieben zoomen und verschieben. Viel Spaß bei der Suche!

Noch eine ereignisreiche Kornkreissaison
und bis zum nächsten Mal

Kurt Diedrich

 

Bild 1: Als würde ein Licht aus dem Berginneren auf die Felder strahlen: Energien, die für die Entstehung der Kornkreise verantwortlich sind? Rechts unten eine unbeholfene, riesige Skizze eines Hantel-Kornkreises im Feld. Zufall?

Bild 2. Nördlich der kleinen Straße zwischen Alton Barnes und Devizes setzen sich die steilen Anhöhen, die das Feld von Tim Carson im Norden begrenzen, nach Westen fort. Der umrahmte Bereich am Rand dieser Anhöhen zeigt eine Fotoanomalie.

Bild 3. Der Bereich fällt sofort durch seine weiße Färbung ins Auge, die sonst nirgendwo in der Umgebung anzutreffen ist.

Bild 4. Bei noch stärkerem Zoom sind Gebilde zu erkennen, die an Mondkrater erinnern. Es sind noch mehr davon zu sehen, wenn man (unter Google) weiter nach Osten blickt. Nur ein Scherz?


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