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Im Netz gefischt / 16.8.2004
Alles Aberglaube oder was?
Ich habe den Eindruck, dass das öffentliche Interesse an naturwissenschaftlichen
Themen immer mehr nachlässt: Unser "Zentralgestirn" konnte im
vergangenen Juli mit einen der größten Sonnenflecke aufwarten, den
es seit langer Zeit gab. Der Sonnenfleck war so groß, dass ich ihn mit
bloßem Auge (und natürlich mit meiner Schutzbrille, die seit der
berüchtigten Sonnenfinsternis nutzlos herum lag) erkennen konnte. Das kommt
wirklich selten vor.
Zugegeben: Es mag sein, dass ich zum falschen Zeitpunkt die falsche Sendung
im Fernsehen sah oder im Radio hörte oder in der falschen Zeitung blätterte
- aber es stimmt mich schon nachdenklich, dass ich nur durch die Web-Seite www.spaceweather.com
überhaupt davon erfahren habe.
Wenn schon die für jeden sichtbaren Sonnenflecke auf so wenig Interesse
stoßen: wen wundert's dann noch, dass vereinzelt auftretende und hinter
Hügeln versteckte Kornkreise für die Medien (von den Regionalblättchen
der betroffenen Gebiete einmal abgesehen) schon lange nicht mehr existieren?
Vielleicht nicht zuletzt, weil ein materialistisch orientiertes Publikum, das
mit dem Herunterladen von Handy-Klingeltönen schon mehr als genug zu tun
hat, eher geneigt ist, die eingängigen und beruhigenden Hypothesen von
Skeptiker-Gruppen zu honorieren, als sich über die Augenzeugenberichte
irgendwelcher "Esoteriker" den Kopf zu zerbrechen? Symptomatisch dafür
erscheint mir die Tatsache, dass eine bekannte Nachrichtenagentur der Skeptiker-Vereinigung
GWUP die Chance bot, das Thema "UFOs" in einer aktuellen Pressemitteilung
mit der Angst vor dem "Freitag dem Dreizehnten" über einen Kamm
zu scheren und unter der Rubrik "Aberglaube" abzubuchen.
Ist es auch Aberglaube, dass sich seit einigen Jahren in Nordamerika immer
wieder Tausende von Zugvögeln verirren und spurlos verschwinden? Wohl kaum:
Auf der Seite "earthfiles.com" wird von 29000
Pelikanen berichtet, die sich in diesem Sommer in Nord-Dakota buchstäblich
in Luft auflösten. Es wird vermutet, dass eine Veränderung des irdischen
Magnetfeldes für den Irrflug der Tiere, die sich an diesem Feld orientieren,
verantwortlich ist.
Das irdische Magnetfeld hat, sofern diese Nachricht wirklich zutrifft, im Bereich
des Südatlantiks bereits um 30 Prozent abgenommen. Leider fand ich dazu
keine Angabe, in welchem Zeitraum dies geschehen ist. Das gesamte, durchschnittliche
Magnetfeld der Erde, so der Bericht weiter, hat sich in den letzten 100 Jahren
insgesamt um 10 bis 15 Prozent abgeschwächt. Solch ein Vorgang hat sich
vor etwa 780 000 Jahren zum letzten mal ereignet und könnte auf eine "baldige"
Umpolung des irdischen Magnetfeldes hindeuten. Solch ein umgepoltes Magnetfeld
(magnetischer Nordpol wird zum magnetischen Südpol und umgekehrt) stellt
für den Menschen keine Bedrohung dar - wohl aber die Tatsache, dass in
der Zeit vor dem Polwechsel das irdische Magnetfeld vorübergehend ganz
verschwindet. Dadurch ist das Leben auf der Erde in hohem Maße unterschiedlichen,
gefährlichen Strahlungseinflüssen aus dem Weltraum ausgesetzt. Aber
wann dies genau geschehen wird, kann niemand vorhersagen.
Bevor ich's vergesse: Nichts für empfindsame Gemüter sind die aktuellen
und detaillierten Fotos über eine am siebten August dieses Jahres in Anderson,
Kalifornien entdeckte Viehverstümmelung,
die ebenfalls unter "earthfiles.com" zu finden sind. Aus dem bedauernswerten
Kalb, in dessen Körper sich kein einziger Tropfen Blut mehr befand, wurden,
nach bekanntem Muster, mit chirurgisch bisher nicht erreichter Präzision
verschiedene Körperteile und Innereien entfernt.
Sind die Fotos gefälscht; ist die Geschichte am Ende gar erstunken und
erlogen? Oder ist das arme Rindvieh dem Ritual einer abergläubischen, wahnsinnigen
Sekte zum Opfer gefallen? Wenn ja, dann läge die GWUP zumindest bei diesem
Fall ja noch nicht mal so sehr daneben. Aber warum werden die Fachleute nicht
müde, andauernd zu beteuern, dass es mit der heute zur Verfügung stehenden
Technik nicht möglich wäre, ein Tier auf diese Weise zuzurichten?
Diese Frage kann ich nicht beantworten, aber ich kann noch mehr Fragen stellen.
Zum Beispiel, warum im Dorf Canneto in Sizilien zu Anfang dieses Jahres andauernd
Gegenstände ohne Grund zu brennen begannen und auch darüber nur sehr
spärlich berichtet wurde. Doch davon mehr beim nächsten mal.
Kurt Diedrich
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