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Im Netz gefischt / 4.8.2004

Neues aus England

Die Kornkreis-Saison nähert sich unaufhaltsam ihrem Ende und jeder fragt sich, ob wir auch in diesem Jahr wieder auf ein krönendes Abschluss-Piktogramm gespannt sein dürfen. Vielleicht wurde es bereits geschaffen: Die zwischen dem zweiten und dritten August entstandene Formation am Silbury Hill [Bild] besitzt nach meiner Meinung alle Voraussetzungen, zur "Mutter aller Kornkreise" des Jahres 2004 erkoren zu werden.

Die Macher dieses Pikrogramms benötigten allerdings ganze zwei Nächte, um ihr Werk zu vollenden: Kunstvolle, an griechische Vasen erinnernde, kreisförmig angeordnete Mäander-Strukturen. In der Tat sehr beeindruckend und nicht ohne ästhetischen Reiz - aber: Wenn fliegende Lichtkugeln andernorts komplexe Muster im Sekundentakt zusammenfügen (Video von Olivers Castle) - wie erklärt sich dann der lange Entstehungszeitraum? Absicht oder ganz einfach Selbstüberschätzung des betreffenden Kornkreisteams, das bei hereinbrechender Morgendämmerung merkte, dass das ganze doch länger dauert als erwartet? Wie auch immer: Auf der Webseite "earthfiles.com" finden sich Fotos des betreffenden Piktogramms nach dem ersten "Bauabschnitt", in welchem die Grundstrukturen der Formation angelegt wurden - und nach Vollendung.

Die auf der Webseite aufgeführte Verbindung zu einem Azteken-Gott (ersparen Sie mir das Schreiben des unaussprechlichen Namens) empfinde ich allerdings als reichlich an den Haaren herbeigezogen. Das einzige, was diese Formation mit dem als "Blumenkind" oder "Blumenprinz" bezeichneten Gott verbindet, sind die Mäanderstrukturen. Wenn ich im Kunstunterricht richtig aufgepasst habe, finden sich diese Muster jedoch auf fast jeder (antiken) Tonscherbe, die man bereits beim Gartenumgraben südlich und südöstlich der Alpen findet.

Wussten Sie übrigens, dass in Wiltshire seit dem 20 Juli bis zum heutigen Datum mindestens 15 neue Kornkreise entstanden sind? Dabei gab es vorher in dieser Region bereits mehrere beeindruckende Formationen. Man könnte direkt neidisch werden, wenn man an die Situation in unseren heimischen Gefilden denkt. Zu den von den Kornkreismachern bevorzugten Gebieten gehörten in dieser Saison vor allem wieder die klassischen Orte zwischen Alton Barnes, Devizes und Marlborough. Schade, dass England so teuer geworden ist. Eine Reise hätte sich diesmal gelohnt.

In einem der neuen Kornkreise wurde übrigens ein toter Vogel gefunden (West Kennett, 29.07.04). Der Vogel war in die ineinander verflochtenen Getreidehalme eingewoben, wurde von einer Frau namens Barbara Lamb gefunden und wird zur Zeit untersucht. Erinnert mich irgendwie an das von einem kanadischen Kornkreisforscher vor vielen Jahren in einer Formation entdeckte, dehydrierte Stachelschwein.

Die englischen Kornkreise scheinen mir in diesem Jahr im Hinblick auf ihre Perfektion, ihren Einfallsreichtum und ihre Muster mal wieder recht gut gelungen. Ganz gleich, ob sie aus dem Computer oder aus höheren Dimensionen stammen: Ich habe mich über ihren Anblick gefreut - und das ist ja nicht ganz unwichtig - oder?

Weitere Infos in englischer Sprache unter: www.earthfiles.com

Kurt Diedrich

 

 

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