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„Quo vadis Kornkreisforschung“
von Hans Herbert Beier
Wo sind diese schönen Zeiten geblieben, in denen die Kornkreise noch das
waren, was uns faszinierte, geheimnisvoll, unerklärlich, voller Romantik,
stets für eine Neuigkeit, stets für eine Überraschung gut! Wir
wussten nicht, woher sie kamen und was sie bedeuten sollten. Jeder verband seine
persönlichen Vorstellungen mit dem Phänomen – ja mit dem Mythos.
Wir waren im Glauben an den Mythos vereint.
Vieles ist heute nüchterner geworden. Wir wissen – mit letzter Sicherheit
– heute zwar auch noch nicht, ob es jemals „echte“ Kornkreise
gab, nur, dass heute viele, wenn nicht alle, „gefälscht“ sind.
Wir wundern uns über die weltweite Aktivität derer Verursacher, der
„Fälscher“ – wie wir sie zu nennen pflegen. Wir haben
erfahren und durch unsere Tätigkeit in der FGK erarbeitet, dass viele bisherige
Merkmale der Kornkreise und damit verbundene „Echtheitsansprüche“
den Untersuchungen letztlich nicht standgehalten haben. Diesem Verlust an Illusion
steht ein Gewinn gegenüber, den viele erhalten wollen: Wir haben durch
die Kornkreise andere Menschen kennengelernt, haben Freunde zu Hause und in
der Ferne gefunden, haben eine bestimmte Gegend eines anderen Landes erfahren,
zu schätzen und zu lieben gelernt.
Im weltweiten Kreis der Kornkreisinteressierten ist heute leider eine Polarisation
„orthodox gegen skeptisch“ eingetreten, welche die Freundschaften
und die Organisationen der Interessierten und deren Selbstverständnis und
Arbeitsweise belastet hat. Das trifft auch auf die FGK zu. Konnten wir 1991
annehmen, dass alle, die Mitglieder bei uns wurden, vom Mythos des Phänomens
gefangen waren, so wird heute gelten, dass die gleiche Polarisation (mit allen
Zwischenschattierungen) auch für unsere Mitglieder gilt...
Die einen sagen: „Ihr tut nicht mehr genug für die Forschung, es
gibt immer noch ein ungelöstes Problem“, ja es gibt sogar Ultrakonservative,
die werfen uns vor, dass wir das Geheimnis der Kornkreise nie ergründen
würden, weil uns einfach der Glaube an das Mysterium an sich fehle. Die
anderen sagen: „Es ist vorbei, es gab nie ein Mysterium, nehmt das gefälligst
zur Kenntnis.“ Ein Teil in dieser Gruppe erkennt schon alleine als Phänomen
an, dass es überhaupt „Fälscher“ gibt, ja sie spricht
diesen eine neue Form der Ausdrucksweise zu, sie erhebt die Kornkreiserzeugung
zur Kunst, zur „“land-art“ und befürwortet die Beschäftigung
damit. Wieder andere sehen in den Fälschern jetzt die willigen Werkzeuge
einer nach wie vor existierenden und sich durch die Tätigkeit der Fälscher
manifestierenden, übergreifenden, der IST-Welt entfernten außerirdischen
Intelligenz. Eine weitere Gruppe ist zwar enttäuscht über die Entmystifizierung,
glaubt aber noch nicht so recht an deren Endgültigkeit. Dies ist der wahrscheinlich
größte Kreis, nämlich der aller jener, die davon ausgehen, dass
es möglicherweise noch einen gewissen, wenn auch kleinen Prozentsatz „echter
Kreise“, d. h. dass es nach wie vor ein „Kornkreisphänomen“
gibt.
Hans Herbert Beier richtete schließlich einen Appell an die Mitglieder
und Freunde der FGK und die weltweit tätigen Forscher, der auch heute noch
aktuell ist:
„Nur gemeinsam und in ausreichender Anzahl stellen wir eine zu beachtende
Größe dar, nur gemeinsam bleiben wir informiert.“
Auszug aus einem Artikel von Dipl.-Ing. Hans Herbert Beier, FGK-Report
1/1995
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