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Projekt "EB 2003"

Projektgruppe „Friedrichstein”

Ein Erlebnisbericht von Rüdiger Wagner

Wie in den Jahren zuvor, so fand auch in diesem Jahr wieder das Projekt EB in der Gegend um Zierenberg bei Kassel statt. Da in den Vorjahren stets einer der ersten Kreise in Raps Ende April oder Anfang Mai entstanden ist, war man guter Dinge, dass es auch in diesem Jahr wieder so sein würde. Also traf man sich wie gewohnt gegen 17 Uhr im Kasseler Hof zur Vorbesprechung. Dort wurde unter anderem das Projekt „Isis Beamer“ von Eckhard Weber erörtert und mit einer aufwendigen Prozedur eingeleitet. Mehr dazu, in einem ausführlichen Bericht von Frank Peters. Die Ergebnisse anderer Projekte bleiben noch abzuwarten. In erster Linie ging es bei der Vorbesprechung aber darum, festzulegen, an welchen Stellen sich später die einzelnen Beobachtungstrupps postieren wollten. Im Gegensatz zu den Vorjahren sollte diesmal jeder die Gelegenheit haben sich intuitiv für einen Beobachtungsposten zu entscheiden. Klaus Listmann hatte zu diesem Zweck mehrere Landkarten (ein Dank an Ralf Ritter), der Gegend aufgehängt und anschließend verschiedene Beobachtungsstellen näher erläutert. Außerdem bekam jeder eine hochwertige „Projekt-Kappe“ mit den vielsagenden Buchstaben (Ihr ahnt es sicher schon) „EB“ obendrauf. Wer jetzt denkt „EB“ steht für: echt blöd oder eigentlich blamabel oder gar extra borniert etc., der irrt selbstverständlich. „EB“ steht natürlich für die „Entstehungs-Beobachtung“ eines Kornkreises, wie ich nach kurzer Bedenkzeit ganz alleine heraus fand. Jedenfalls kamen diese Kappen, die sich in jeweils einer Tüte mit Verhaltensregeln, Aufklebern fürs Auto etc. befanden, prima an. Ich trage diese Kappe übrigens voller Stolz noch heute.

Dann ging es aber endlich so gegen 20:30 Uhr richtig los.

Erste Anlaufstelle war der sog. „Zentralposten“ am Friedrichstein, wo es heiße Getränke und Grillwürstchen gab. Von hier aus sollten sich dann verschiedene Gruppen in der Umgebung verteilen. Die Betonung lag in diesem Jahr allerdings wohl auf „sollten sich verteilen,“ denn mehrere Faktoren erschwerten dieses Vorhaben leider einigermaßen. Da war zum einen der Regen, der die meisten von uns nicht unbedingt dazu einlud, es sich in der Prärie gemütlich zu machen. Doch damit nicht genug. Eine steife Brise, wie die Norddeutschen zu sagen pflegen, blies einem den letzten noch verbliebenen Mumm aus den Knochen und last but not least trug wohl auch die mangelnde Ortskenntnis der auswärtigen FGKler dazu bei, dass eigentlich insgesamt nur an drei Stellen observiert wurde. Am „Friedrichstein“ (Zentralposten unterhalb des „Dörnberg”), an den „Helfensteinen“ und nicht zu vergessen dem „Odenberg“ bei Gudensberg. Hier sind insbesondere zu nennen: Christina Reuber mit ihrer Freundin und Wolfgang Schöppe, die dort vehement den Kräften der Natur trotzten. War es der Mut der Verzweiflung oder einfach nur ......?, aber lassen wir das. J Der Großteil der Willigen genoss unterdessen die Wärme am Grillfeuer unter dem Pavillon am Zentralposten (Klaus Listmann sei dank) und erfreute sich trotz dieser widrigen Umstände bester Laune.

Gegen 0:30 Uhr kommt Bewegung in die Gruppe am Friedrichstein.

Am Himmel taucht plötzlich ein Licht auf. Es bewegt sich gleichmäßig, macht kein Geräusch und schimmert orange/rot. Es gibt keine Positionsleuchten, die auf ein Flugzeug oder einen Helikopter schließen lassen. „Potzblitz”, schießt es manchem durch den Kopf......das wird doch nicht etwa...? Nicht ohne Grund schenkten alle diesem Licht besondere Aufmerksamkeit, denn in der Vergangenheit wurden in dieser Gegend schon des öfteren ähnliche Lichter beobachtet. Erst vor kurzem hatte Klaus Listmann ein ähnliches Objekt beobachtet und auf Video gebannt. Er zeigte diese Aufnahmen auf der letzten HV. Leider war es auf dem Video zu weit entfernt, um Details ausfindig zu machen und es damit eindeutig klassifizieren zu können. Eines kam den Beobachtern allerdings etwas sonderbar vor, nämlich das sich das Licht so ruhig und gleichmäßig über den Himmel bewegte. Die Lichtobjekte in der Vergangenheit hatten hingegen auch mal die Richtung gewechselt oder blieben für eine ganze Zeit verschwunden oder unsichtbar, um dann einige Kilometer weiter wieder aufzutauchen. Unser Licht flog hingegen ziemlich konstant und wirkte wenig spektakulär, so dass das Interesse daran doch verhältnismäßig schnell erlosch. Erst recht, nachdem es aus unserer Sicht hinter dem Dörnberg verschwunden war. Folglich wandte man sich allmählich wieder wichtigeren Dingen zu, wie z. B. den Würstchen und dem heißen Kaffee.

Diese Geschichte sollte aber noch ein Nachspiel haben, aber dazu mehr am Ende dieses Artikels. Eine Bereicherung der Runde war gewiss der Münchner Journalist Martin Rasper, der einen Artikel über die FGK und die Kornkreise für das Magazin: Natur & Kosmos schreiben wollte und aus diesem Grund eigens zur EB-Nacht angereist war, um diese ungemütliche Nacht mit uns durchzustehen. Inzwischen ist der Artikel fertig und erscheint demnächst. Unsern Dank an dieser Stelle an Martin.
Irgendwann „graute uns” der Morgen und die Aktion ging ohne nennenswerte weitere Ereignisse zu Ende. Als es hell wurde, machten sich einige auf den Weg, um die Gegend nach einem neuen Kreis im Raps abzusuchen, doch leider ohne Erfolg. Im Gegensatz zu den Jahren zuvor wollte sich diesmal kein Rapskreis bei uns niederlassen. Schade eigentlich!

Gemeinsames Frühstück gegen 8 Uhr.

Traditionell traf man sich dann wieder zu einem gemeinsamen Frühstück im Kasseler Hof. Hier gab es dann auch Gelegenheit, sich (neben dem Verzehr frischer Brötchen) über die Geschehnisse oder Beobachtungen der letzten Nacht auszutauschen. Mein Eindruck dieser Nachtwache war trotz des Wetters recht positiv und ich denke, dass die meisten Teilnehmer es ähnlich sahen.
Eine Anregung: Ich möchte gerne die Gelegenheit nutzen, um nochmals den Vorschlag zu unterbreiten, das Projekt EB künftig an einem späteren Zeitpunkt durchzuführen. Beispielsweise zu „Pfingsten.“ Zum Einen ist es dann in der Regel deutlich wärmer und zum Anderen besteht dann für diejenigen die von weiter her kommen, eventuell die Chance bereits den einen oder mehrere Kornkreise zu besichtigen. Somit hätte sich der Ausflug dann doppelt gelohnt. Die Beobachtung einer Kornkreisentstehung ist dann vielleicht (aber auch nur vielleicht) weniger wahrscheinlich, aber dafür ist die Chance z. B. einer Lichterscheinung beizuwohnen, meiner Meinung nach um so größer. Wie wir ja wissen, war dies oft bei bereits bestehenden Formationen zu beobachten und wurde auch schon mehrmals gefilmt.

Nachtrag zu dem Leuchtobjekt gegen 0:30 Uhr.

Am 5. Mai erhielt der FGK Vorstand eine E-mail von Mirko Mojsilovic. In dieser Nachricht gab Mirko an, der Urheber des besagten Leuchtobjekts gewesen zu sein. Ein Freund von ihm hätte von einem gegenüber liegenden Berg aus einen sog. MHB (Miniatur-Heißluftballon) gestartet. Im Vorfeld hatte sich Mirko mit Klaus Listmann wohl über dessen oben erwähnten Videofilm unterhalten. Auf die Frage, ob es sich bei seinen Beobachtungen nicht auch um einen solchen MHB gehandelt haben könnte, verneinte dies Klaus. Mirko gab nun an, ursprünglich einen solchen MHB zur Demonstration zu dem Projekt - EB mitbringen zu wollen. Dann habe er es sich aber anders überlegt und beschlossen, den Ballon mit Hilfe seines Freundes lieber heimlich zu starten. Dies lediglich zum Zwecke einer „unvoreingenommenen“ Beobachtung unsererseits, so Mirko. (Ein wahrhaft edles Motiv, möchte man meinen.) Zum Schluss gab Mirko an, durch diese Aktion niemanden des Projekts - EB hinters Licht führen oder getäuscht haben zu wollen.

Wen wundert es: „Aktion gleich Reaktion.“ In etlichen darauf folgenden E-mails wurde diese Art der „Forschung“ nicht gerade mit Wohlwollen betrachtet. Wer solche Spielchen veranstaltet, der muss sich nicht wundern, wenn es nicht auf Gegenliebe stößt.
Besonders schlecht kam an, dass Mirko es am nächsten Morgen nicht einmal für nötig hielt, uns in die Sache einzuweihen. Trotz dieser unsinnigen Aktion bin ich jedoch darüber erfreut, dass die Mehrheit der FGKler nicht nach Rache sinnt, sondern der Meinung ist, die Angelegenheit nicht unnötig breit zu treten. Wem sollte es auch nützen die Mistkugel öfter als unbedingt nötig um den Block zu rollen? Belassen wir es lieber dabei und freuen wir uns auf die vor uns liegende Kornkreios-Saison.

Bestimmt gibt es dort wieder viel zu entdecken und außerdem freue ich mich schon auf die nächste EB-Nacht, die dann hoffentlich etwas wärmer wird.

 

 

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