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Projekt RE-Union
Die Nacht vom 4. auf den 5. Juli 1998 in Zierenberg bei Kassel
Ulrike Kutzer und Peter Kleinferchner
Nach den Anlaufschwierigkeiten in Sachen Projekt Union im letzten
Jahr, wurde in diesem Sommer ein neuer Anlauf unternommen - mit beachtlichen
Ergebnissen. Verfolgen Sie die spannende Nacht vom 04. auf den 05. Juli
1998 im Bericht von Uli Kutzer und Peter Kleinferchner
Nachdem das letztjährige Projekt Union, in dem es darum ging herauszufinden,
wie schwierig es ist eine theoretisch auf Papier ausgearbeitete Kornformation
in der Nacht unter möglichst authentischen Bedingungen in ein Feld einzubringen,
aus verschiedenen Gründen (wir berichteten) nicht restlos zufriedenstellend
verlief, war beschlossen worden, es 1998 zu wiederholen.
Worum geht es?
Grundsätzlich sollten durch uns folgende Fragen geklärt werden:
- Wie groß sollte ein Team sein, um einen einigermaßen komplexen
Kreis anlegen zu können?
- Wie arbeiten Teams und welche Rolle spielt die Erfahrung der einzelnen Teammitglieder
beim Kreisanlegen?
- Wie aufwendig sind Planung und logistische Umsetzung des Plans in einen
nächtlichen Handlungsablauf?
- Welche Probleme hat der Kornkreismacher bei Dunkelheit?
- Wie laut können sich die Teammitglieder untereinander verständigen?
- Welche Geräte, Seile etc. sind notwendig, um gut arbeiten zu können?
- Welche Spuren hinterlassen die Kreismacher, wenn sie ins Feld gehen, sich
darin bewegen und wieder aus dem Feld hinausgehen.
- Können oft formulierte Anomalien (gebogene Halme, Halme die stehenbleiben,
symmetrische Legung des Korns etc.) "künstlich" hergestellt werden?
- Welche Rolle spielt der Zufall beim Kreisanlegen?
Ein Bauer, der uns ein Feld zur Verfügung stellte, war bereits zu unserer
Frühjahrssitzung in der Nähe von Zierenberg gefunden. Diesmal war
es ein konventionell bestelltes Feld, das den authentischen Bedingungen eher
entsprach, als das letztjährige ökologisch bewirtschaftete Getreide.
Aus den Erfahrungen des letzten Jahres klug geworden, wollten wir dieses Mal
den Kreis derer, die die Formation ins Feld einbrachten und den Kreis der Beobachter
und Mitwisser so klein wie möglich halten. Es sollte in der Nacht auch
kein ‘Carpark Schaulustiger’ wie im Vorjahr am Feldrand auffahren. ‘Authentische
Bedingungen’ war das Schlagwort: Also wenige Personen, ruhiges, unauffälliges
Vorgehen, möglichst nur ein Auto, keine Scheinwerfer, keine Taschenlampen,
etc.
Peter Kleinferchner hatte in seiner Funktion als diesjähriger Projektleiter
Jens Berkmann und Klaus Listmann als Helfer bestimmt und ich durfte, ausgerüstet
mit Diktaphon und Fotoapparat, das Geschehen im Inneren des Feldes und die Entstehung
der Formation sozusagen als "Live-Berichterstatter" miterleben, während
Sascha Jakoblew, Harald Hoos, Markus Schröder und Gerhard Kuhn die Ereignisse
am Feldrand beobachteten, bzw. belauschten.
Nach dem bereits traditionellen Grillabend bei Wolfgang Ring, war es kurz
nach 22.00 Uhr endlich so weit. Das Wetter hatte sich den ganzen Tag über
als denkbar schlecht erwiesen – Nieselregen, alles grau in grau, also beste
Kornkreismachervoraussetzungen – aber gegen Abend hatte es wenigstens zu regnen
aufgehört. Das Fußballspiel Deutschland gegen Kroatien war noch in
vollem Gang. Viele Menschen saßen also vor dem Fernseher, also – auf ins
Feld!
Der Entwurf der Union-Formation (© Peter Kleinferchner)
Das Ergebnis im Feld (Foto © Wolfgang Schöppe)
Die Nacht der Kreisanlegung
Um Aufsehen zu vermeiden, fahren die 3 Macher (im Folgenden PK, KL und JB)
und die Innen-Beobachterin (UK) alleine zum Feld. Die Beobachter kommen eine
halbe Stunde später und werden sich auch für uns, unauffällig
irgendwo am Feldrand plazieren.
Im Folgenden ein Zusammenschnitt des Diktaphon-Protokolls, durch einige Auslassungen
und Überleitungen zum besseren Verständnis etwas geschönt:
(UK = Ulrike Kutzer
PK = Peter Kleinferchner
KL = Klaus Listmann)
UK: 22.35 Uhr: Wir sind am Feld, die Herren ziehen sich gerade
um und demnächst kann’s losgehen. Das Wetter ist ideal, es ist regnerisch,
leicht nebelig, keiner ist auf den Wegen zu sehen, das Fußballspiel ist
auch noch nicht aus, also optimale Bedingungen.
Wir mußten bereits eine kleine Konzession an die Umstände machen.
Verschiedene Leute wollen mit dem Auto direkt vors Feld fahren, weil sie entweder
da schlafen, oder nach der Anlegungsaktion von hier aus nach Hause fahren wollen.
Es werden also doch etliche Autos am Feldrand stehen - na ja!
UK: Es ist jetzt 22.45 Uhr und wir gehen, bepackt mit Peters
selbst gebasteltem Gardenroller-ähnlichem-Gebilde, einem Rucksack und einer
Kiste mit "Utensilien" ins Feld.
UK: 22.50 Uhr: Wir sind über die Traktorspuren in die Mitte
des Feldes gekommen. Der erste kleine Zentrumskreis ist bereits gemacht. Es
ist unglaublich, wie schnell das ging. Hier werden auch alle Utensilien deponiert,
so daß nichts verlorengeht, oder irgendwo liegenbleibt. Klaus sucht gerade
die Schnur, damit der erste Ring angelegt werden kann - das Seil ist gefunden.
PK: Wir machen zuerst mal einen Radius, Jens, du bleibst hier
stehen, genau in der Mitte, Klaus läuft am Seil geführt voraus und
ich gehe mit dem Roller hinterher und walze gleich die erste Bahn nieder.
PK: Klaus, lauf so genau wie möglich, ich komme hinterher.
UK: 22:55 Uhr, es wird berichtet, der Weizen wäre weich,
was immer das heißt. Der erste Eindruck von Peters ‘Gardenroller’ ist,
es geht gut, der Weizen bleibt wunderschön liegen und auch die Walze hält
den Anforderungen stand.
Der Ring ist jetzt fertig und hat, laut Peter, einen Radius von 8 m und ist
ca 1 m breit. Jetzt kommen auch die Beobachter mit ihren Autos und voller Beleuchtung
den Feldweg hoch gefahren.
UK: Von einer Ortschaft in der Nähe hört man Musik,
Bässe dröhnen, hin und wieder streichen Autoscheinwerfer von der vorbeiführenden
Straße übers Feld, aber das macht nichts aus, da die drei Kreismacher
sich einfach hinkauern.
UK: Nachdem sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben,
kann man trotz des schlechten Wetters sehr gut sehen. Die Lichter Kassels bilden
sich hell an den Wolken ab. Klaus ist von mir ca. 10 m entfernt und klar und
deutlich zu erkennen. Von den Beobachtern hört man Autotüren schlagen
und Klickgeräusche. Außerdem sind sie am Feldrand gegen den Nachthimmel
gut zu erkennen. Sie sehen uns im Feld aber wahrscheinlich nicht.
PK: Wir haben jetzt den zweiten Ring fertig. Jens steht in der
Mitte des Zentralkreises und hält das Seil, Klaus läuft mit gespanntem
Seil und dem Radius voraus und ich gehe mit dem Roller hinterher und lege den
Weizen um. Es ist ziemlich anstrengend aber wir kommen sehr schnell voran und
werden jetzt mit den "Flügeln" der Formation anfangen.
PK: Ich messe mit dem Meterstab 6 Meter Seil ab und wir fangen
dann an, die Bodenmarkierungen zu setzen, an denen wir die Flügel ausrichten
können.
UK: 23.07 Uhr 6 Meter Leine sind jetzt abgemessen und werden
durch eine Schlaufe im Seil markiert. Peter klopft mit einem Gummihammer 12
neongelbe Markierungspflöcke in den Boden des äußersten Ringes.
Es geht alles wahnsinnig schnell. Wir sind erst 15 Minuten bei der Arbeit und
wohl 30% des Kreises sind schon fertig.
UK: Peter hat mir gerade berichtet, daß die 12er Teilung
nicht ganz sauber aufgeht. Aber das ist nun nicht zu ändern, sie machen
weiter und die Luftaufnahmen werden zeigen, wie sich der Fehler in der Symmetrie
auswirken wird.
PK: Da wir drei kein eingespieltes Team sind, sind solche Fehler
wohl immer drin. Ich habe die Formation mit Klaus und Jens vorher nur zweimal
durchgesprochen und dafür läuft alles recht gut.
UK: Wir machen jetzt die sogenannten Flügel oder Haifischflossen.
Sie bestehen aus 2 Kreisbögen mit einmal 12 m und einmal 7 m. Durch die
unterschiedlichen Radien ergibt sich eine Spitze und das Ganze sieht dann aus
wie eine Haifischflosse. Die Schwierigkeit besteht darin, daß die beiden
Radien sich genau in der Spitze treffen und nicht darüber hinauslaufen
dürfen. D.h. die Radien müssen zur gleichen Zeit entstehen, wobei
der größere Kreisbogen zeitlich einen kleinen Vorlauf braucht. Dazu
sind 4 Personen, also auch ich, nötig.
PK: Uli du bleibst genau hier stehen und Jens am anderen Mittelpunkt.
OK! Also los, Klaus lauf los. OK! Ich gehe jetzt auch los. Klaus achte darauf,
daß du immer auf meiner Höhe bleibst. Gut so. Ich sehe dich sehr
gut. Ja, jetzt kommen wir zur Spitze. Genial, absolut sauber, wie ich mir das
gedacht habe. Jetzt zurück und mit dem Roller immer aus einer Richtung
den Weizen umlegen.
UK: Es ist jetzt 23:15 Uhr und die erste ‘Flosse’ ist bis auf
ein Dreieck stehenden Getreides fertig. Dieses Dreieck bleibt, anders als geplant,
stehen, um darin versuchsweise ‘Grapeshots’ einzubringen.
Ein Problem ist, daß wir sehr viel sprechen müssen, da außer
Peter keiner so genau weiß, wie die Sache von der Logistik her laufen
soll und eine "echte" Fälschergruppe natürlich vorher alles geplant
hätte und jeder wüßte was er oder sie zu tun hätte.
UK: Ein anderes Problem sind Meinungsverschiedenheiten, wie
man am besten vorgeht. Klaus will erst alle 3 Flossen mit den Füßen
in das Feld trampeln und Peter will erst eine Flosse fertig machen, damit die
feinen Markierungslinien nicht verloren gehen. Peter als Leiter der Aktion setzt
sich durch und jede Flosse wird erst fertig gemacht, was meiner Meinung nach
auch besser ist, da die Markierungen sehr fein sind.
UK: Es ist gerade 23:20 Uhr und ich verstoße aus Dokumentationsgründen
gegen das oberste Gebot "authentische Bedingungen" und mache eine Blitzaufnahme
des nächtlichen Treibens im Feld.
UK: Die Flossen werden alle in eine Richtung und zusätzlich
im Wechsel zwischen größerem und kleinerem Radius gewalzt. Damit
kommt ein sehr schönes Muster zustande. Die Ausläufer überlappen
sich sehr schön. Der Gardenroller funktioniert ausgezeichnet.
....
UK: Es ist jetzt genau 23:30 Uhr und die Zeit der 2. Haifischflosse
läuft. Peter geht los und Klaus folgt ihm. So, die Buben haben sich jetzt
an der Spitze getroffen und das ganze hat 3 Minuten gedauert. Klaus holt den
Roller und beginnt die Flosse platt zu machen.
Auch Jens, Peter und Klaus haben keine Schwierigkeiten mit der Dunkelheit.
Es ist angenehm warm, die Stimmung ist gut und es ist verblüffend, was
man in der Nacht in einem Feld so alles für Geräusche und Lichter
wahrnehmen kann. Nach 15 Minuten, also um 23.45 Uhr ist die 2. Haifischflosse
fertiggestellt und wir begeben uns zu den Markierungspunkten für die 3.
Flosse.
UK: Noch etwas zum Thema "Authentische Bedingungen": Jens und Sascha
telefonieren gerade via Handy, wie das Spiel Deutschland/Kroatien ausgegangen
ist. Von welch besonderer Atmosphäre wir offenbar alle im Feld gefangen
sind, zeigt folgender Gesprächsmitschnitt:
KL: Daß der Jens gerade raus telefoniert hat, hat eine ganz besondere
Qualität.
PK: Das ist wie aus der Tiefsee, dem Marianengraben hinauf an die Wasseroberfläche.
KL: Vom Weltraum hinunter auf die Erde.
PK: Von der Bundeswehr hinaus, zurück in die normale Gesellschaft.
UK: Einfach zurück in die Zivilisation.
UK: 23.50 Uhr: Die dritte Flosse wird gerade niedergewalzt. Jeder weiß
zwischenzeitlich, was er zu tun hat und um was es geht. Alles geht flott, zügig
und ruhig. Zur Spitze hin rollen, Roller hochheben, zurücklaufen und das
ganze wieder von vorne, einmal links, einmal rechts, damit das Muster schön
wird.
UK: Peter geht gerade herum und sammelt alle Pflöcke ein, die
zur Markierung im Boden steckten.
PK: Ich muß jetzt mal was trinken. Wir schwitzen alle aber es
macht Spaß und wir kommen gut voran. Wir machen jetzt gleich den großen
Außenring und dann kann jeder losziehen und nach Lust und Laune in eigener
Regie irgendwelche Applikationen am Kreis anbringen, bin mal gespannt, was dabei
heraus kommt.
UK: Es ist jetzt 00.05 Uhr und die letzte Flosse wird von Klaus und
Jens ausgewalzt. Peter ist mit mir zur Flosse 1 gegangen und macht gerade zwei
Grapeshots in den Mittelteil der Flosse, der von Klaus stehen gelassen wurde.
UK: 00.10 Uhr: Alle Flossen sind fertig. Klaus geht gerade über
die Traktorspuren in den Zentrumskreis und Peter holt den längsten Strick.
UK: 00.15 Uhr: Peter und Jens machen den letzten Außenring. Um
00.30 Uhr sind sie damit fertig.
Wir haben um 22.45 Uhr mit unserer Aktion begonnen, das heißt, wir haben
genau 105 Minuten gebraucht.
PK: Ich kann mir vorstellen, daß ein Team mit mehr und besseren
Rollern, besser auf einander eingespielt und mit mehr Erfahrung, unseren Experimentalkreis
in 60 bis 70 Minuten fix und fertig und ohne gravierende Fehler anlegt. Na ja,
wie auch immer, wir gehen jetzt mal raus, damit noch ein paar Leute nachts in
den Kreis können und sehen, wie er geworden ist.
UK: Um 00.35 Uhr sind wir bei den Beobachtern angekommen. Sie sagen,
daß sie uns, obwohl sie maximal 60 Meter von uns weg waren, weder gesehen
noch gehört hätten. Dabei waren wir nicht sonderlich leise. Was gesehen
wurde, waren die Blitzlichter im Feld, als ich Fotos gemacht habe.
PK: Ich mache jede Wette, wären wir in England und jemand hätte
die Blitze gesehen, käme das Gerücht auf, man hätte Leuchtbälle
oder ähnliches beobachtet.
Soweit die Auszüge aus dem Diktaphon-Protokoll.
Unmittelbar in Anschluß an die Anlege-Aktion, sind die Beobachter in
die Formation, um noch in der Nacht einen ersten Eindruck von der Formation
und der Atmosphäre im Feld zu gewinnen.
Klaus Listmann berichtet von einem Alleingang, noch während die Aktion
lief. Er hat einen ‘Grapeshot’ am Rande angelegt, der beim weiteren Fortgang
der Formation verrückterweise genau auf der äußersten Kreisbahn
zu liegen kam und kurzerhand als "Perle" in die Bahn eingearbeitet wurde.
Verblüffend für uns alle war am anderen Morgen, daß einzelne
Halme stehen geblieben waren. Überhaupt fanden wir einige Dinge, wie gebogene
Halme, wunderschöner Fluß des Getreides und deren Verwebungen, die
häufig als Echtheitsindiz gehandelt werden, in unserem Kreis wieder. Fragen,
wie dies gemacht wurde, müssen unbeantwortet bleiben, es handelt sich wohl
um ‘Zufälle’.
Das Werkzeug (Foto © Harald Hoos)

Peter Kleinferchner bei Walzarbeiten (Foto © Ulrike Kutzer)
Das Team nach getaner Arbeit (Foto © Ulrike Kutzer)
Ergebnisse
Halmlagerung in der "Haifischflosse"
(Foto © Harald Hoos)
Grapeshot außerhalb der Formation (Foto © Harald Hoos)
Blick auf das Zentrum der Formation (Foto © Harald Hoos)
Zu 1: Einfache Kreise können ohne Problem von zwei Personen angelegt
werden, Grapeshots auch gut von einer Person alleine. Je komplexer eine Formation,
desto mehr Leute werden benötigt. Jedoch sollten die Teams eine Größe
von 4 bis 5 Personen nicht überschreiten, da im Feld sonst nur Handlungsdiffusion
auftritt. Für eine komplexe Formation ist ein eingespieltes Team von 3
bis 4 Leuten optimal.
Zu 2: Übung und das Kennen der Teamkollegen ist unerläßlich.
Sich einfach nur so zum Kreisanlegen zu treffen bringt nur schlechte Ergebnisse.
Zu 3: Jeder Handgriff sollte jedem Teammitglied im Schlaf von der Hand gehen.
Man sollte es wie Abfahrtsläufer machen und den Kreis in seiner Anlegung
kognitiv vorwegnehmen. Sich den Ablauf mental zu repräsentieren, ist der
beste Garant für ein fehlerfreies Umsetzen der Formation bei Nacht und
Nebel im Feld.
Zu 4: Der Kornkreismacher hat nach ca. einer halben Stunde keine Probleme
mehr mit der Dunkelheit. Das Auge hat sich an die Dunkelheit so phantastisch
angepaßt, daß man sich während einer bewölkten Nacht bis
auf 20 Meter sehen kann. Örtliche Umstände haben einen starken Einfluß
auf die Helligkeitssituation.
Zu 5: Wir haben uns im Feld sehr laut unterhalten. Ein eingespieltes Team
hat das nicht nötig. Jedoch spielt lautes Reden keine bedeutende Rolle,
da nach 30 bis 40 Metern alles im allgemeinen Rauschen der Nacht untergeht.
Zu 6: Ein guter Roller ist notwendig und je nach Kreis, ausreichend Seil.
Der Roller sollte schwer und stabil sein, damit man als Niederleger seine Kräfte
schonen kann, denn komplexe Formationen können bis zu 4 Stunden dauern
und gehen auf die Kondition.
Zu 7: Spuren hinterläßt man keine, wenn man etwas aufpaßt.
Mit Springen und Leiterklettern kommt man auch an Punkte ins Feld wo keine Traktorlinien
sind. Die Saatweite und der Reifegrad des Korns hat ebenfalls einen Einfluß
auf das Spurenhinterlassen.
Zu 8: Es ist ohne weiteres möglich Anomalien zu erzeugen. Bei der Planung
des Kreises einfach die Umlegungsrichtung des Korns festlegen, einzelne Halme
gezielt stehenlassen oder einfach alles dem Zufall überlassen. Bei uns
blieben viele Halme und auch Gruppen stehen, obwohl wir mit dem Roller über
sie gerollt sind, sie standen einfach wieder auf.
Zu 9: Der Zufall ist, wie der Name schon sagt, nicht zu kontrollieren. Es
entstehen Dinge, man legt Kreise zufällig auf Punkte im Feld, die erst
im Nachhinein Sinn machen und oft wahrscheinlich auch die bloße Folge
von Überinterpretationen sind.
Abschließend kann gesagt werden, daß mechanisch erzeugbare Gegebenheiten
keine Indizien für echt oder falsch sein können. Ein geschicktes Fälscherteam
kann so ziemlich alles ins Feld einbringen, was sich der menschliche Geist ausdenken
kann.
Biochemische Analysen, die auf Ungereimtheiten hinweisen sollen, sind nicht
so einfach zu überprüfen. Aber es ist eine weitere Aufgabe für
die FGK, diese Dinge auf ihren Wahrheitsgehalt hin abzuklopfen.
Nachtrag
Kurz vor Redaktionsschluß ergab ein Telefonat folgende Aspekte:
Herr Eckart Weber, wohnhaft in Burghasungen, unweit von Zierenberg und damit
jenem Ort entfernt, an dem die FGK ihren Experimentalkreis angelegt hat, berichtete
uns Folgendes:
Am Tag nach der Kreisanlegung (Montag, den 6.5.98) ist Herr Weber mit verschiedenen
Medien (hellsichtig sowie hellhörig begabte Menschen), ohne daß diese
gewußt hätten, daß der Kreis in der Nacht zuvor von der FGK
angelegt worden war, in diesen hineingegangen und hat die anwesenden medial
Begabten, anschließend zu ihren Empfindungen befragt.
Sie gaben an, Energien zu spüren, welche sich jedoch von jenen, die sie
in echten Kreisen der Jahre davor empfunden hatten, hinsichtlich ihrer Qualität
unterscheiden. Steigt in echten Kreisen der Blutdruck und der Herzschlag an,
ähnlich, als säße man vor einem Orgonakkumulator, so bereitete
jener falsche FGK Kreis, ein eher unangenehmes Allgemeinempfinden.
Auch Herr Weber berichtete, daß, obwohl er wußte, daß der
Kreis ein künstlich angelegter war, er sich den negativen Energien, die
von ihm ausgingen, nicht entziehen konnte und nach wenigen Minuten, aufgrund
eines massiven Gefühls des Unbehagens, das Feld wieder verlassen mußte.
Seinen Angaben zufolge sei auch die Auswahl des Feldes nicht ganz frei geschehen,
da die Formation im relativen Zentrum der sie umgebenden Burgen, Burgruinen
und Kraftorten läge. Wir von der Projektleitung sind jedoch der Meinung,
daß wir unsere Entscheidung ohne Einflußnahme von "außen"
getroffen haben, weswegen wir dieser Aussage von Herren Weber nicht ganz folgen
können.
Der Grund, warum laut Herrn Weber auch in gefälschten Kreisen Energien
zu spüren sind, liegt in der Tatsache begründet, daß der Moment
der geistigen Kreisschaffung, wenn der Entwickler/Designer den Kreis am Computer
oder auf einem Blatt Papier entwirft, schon Energien focussiert. Wird der Kreis
dann mit mechanischem Gerät in das Feld eingebracht, addieren sich noch
einmal Energien hinzu und die geometrische Form des Kreises selbst, liefert
in einem nicht unerheblichen Maß zusätzlich, additiv zu den vorhergehenden,
ein Energiepotential.
Die Summe dieser Einzelenergien repräsentiert schließlich das Gesamtenergiefeld
des Kornkreises, welches von medial Begabten empfangen werden kann. Das, was
aber letztlich den Unterschied zwischen einem echten und einem falschen Kreis,
gemäß Herrn Weber, ausmacht, ist, daß jene medial Begabten,
in echten Kreisen, zusätzlich zur allgemeinen Stimmung, die der Kreis generiert,
noch mediale Durchsagen empfangen können. Dieses ist, wie Herr Weber versichert,
bisher ausschließlich in echten Kreisen geschehen, woraus er ableitet,
daß medial Begabte immer noch am besten zwischen falschen und echten Kreisen
unterscheiden können.
Wir hoffen Herrn Weber im Oktober für einen Vortrag während unserer
HV-98 gewinnen zu können und genießen bis dahin die Kreise, die noch
entstehen werden oder schon entstanden sind.
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